Arbeit 4.0

Was ist Digitalisierung *BR PhotoArt *Arbeit 4.0

Die Muster unserer Arbeit haben sich grundlegend verändert. Wichtiger als das Was ist heute das Wie etwas getan wird und der Ort der Arbeit ist längst nicht mehr der Schreibtisch im Büro. Der Begriff Arbeit 4.0 umschreibt genau diese Veränderung, die durch das digitale Zeitalter bedingt ist. Der Begriff Industrie 4.0 bezieht sich übrigens einfach nur auf den kleineren Bereich der Industrie.

Es gibt einen weiteren wichtigen Begriff für Arbeit 4.0, der lautet New Work. Ob nun von Arbeit 4.0 oder New Work geredet wird, bei beiden prägen Kreativität, Netzwerk und Individualität das Arbeiten. Aber auch der Einsatz von Technologie ist ein wichtiger Faktor, weil mit Hauptverursacher. Sie erleichtert und verschönert unser Leben. Mir gefällt die Vorstellung, dass sogenannte Wissensarbeiter mit nur einem Laptop ausgerüstet von einem jeden Ort arbeiten können und entsprechend viel von der Welt sehen können. Hört sich paradox an, aber die Digitalisierung ermöglicht, dass der Mensch wieder mehr in den Vordergrund rückt. Und noch ein schöner Punkt bei der Arbeit 4.0 ist, dass die Arbeitsweisen mehr und mehr femininen Eigenschaften entsprechen.

Es sind sogar die Zeiten vorbei in denen neue Mitarbeiter eingearbeitet werden müssen. Das kann zum einem Automation übernehmen, denn was hindert daran eine Art Lehrgangsvideo zu erstellen, die ein Mitarbeiter absolvieren muss, um grundsätzliche Abläufe im Unternehmen zu lernen und zum anderen erläutern die Digital Natives, die Generation, die in der digitalen Welt aufgewachsen ist, nicht selten den Beschäftigten die Zukunft.

Automatisierung praxisnah erklärt

Trend der Zukunft

Die Arbeit besteht in vielen Berufen aus der Verarbeitung von Wissen und dem Verstehen von komplexen Zusammenhängen. Routinearbeit ist das bei Weitem nicht mehr. Wir reden daher von Wissensarbeiter. Es reicht auch nicht mehr aus, wie in meinem Beitrag über Disruption geschrieben, Prozesse zu optimieren oder zu digitalisieren. Nein, es muss Neues und Besseres entwickelt werden.

Du brauchst wieder ein Beispiel?

In der Musikindustrie könnte man sagen, dass CDs die Optimierung der Schallplatten gewesen sind. Eine weitere Optimierung der CDs wäre nun kein Fortschritt mehr, dazu ist es zu spät. Die Zerstörung dieses Geschäftsmodells wurde im ersten Schritt durch die Reproduktion von Musik in das günstige mp3 Format vollzogen und dann durch Musik-Streamingdienste abgelöst. Das gesamte Geschäftsmodell ist nicht optimiert, sondern verwandelt und zerstört worden. Wie sind die Macher auf die Idee gekommen? Sie haben die Perspektive geändert und sich in die Position der Kunden versetzt. "Was sind eure Wünsche? Was macht euch glücklich?", haben sie sich gefragt.  Und insbesondere haben sie sich im Gegensatz zu den Verlierern gefragt, was das "Big Picture" ist? Das lautet "Musik hören wollen" und nicht "CD Produktion".

Genau dafür bedarf es an Kreativität, Intuition, Innovation, Agilität und Vernetzung. Deswegen beginnt Digitalisierung im Kopf. Das wiederum bedeutet, dass ein Umfeld geschaffen werden muss, in dem Talente ihre Freude am Neuen haben, ihre Freude an Begegnungen und den Austausch tatsächlich erleben können. Keine bis sehr flache Hierarchien, Querdenken und das Anwenden kreativer Methoden, das ist der Weg dorthin. Jede Innovationsbremse ist gefährlich für ein Unternehmen.

Klar, jeden neuen Hype kann man nicht mitmachen, aber die Digitalisierung ist kein Hype! Ein Aussitzen oder Abwarten kann sich kein Unternehmen leisten. Die Geschwindigkeiten mit der die Auswirkungen sichtbar werden, sind nämlich nicht nur rasant, sie sind exponential. Bewahre dir als Unternehmer Agilität. Große Unternehmen stehen hier tatsächlich vor einer größeren Herausforderung im Gegensatz zu Kleinen Mittelständischen Unternehmen, den sogenannten KMUs oder Start Ups, die von der Struktur her schon beweglicher sind.

Wie gehst du nun an Erneuerung heran? Wie findest du Innovationen wie suchst du nach ihnen? Es gibt einige Methoden, wie du strategisch vorgehen kannst. Ein Ansatz liefert Design Thinking, bei der interdisziplinare Teams, also eine Gruppe zusammengesetzt aus verschiedener Fachrichtungen,  kreativ vorgehen. Die wichtigste Methode ist: Sei ein lernender Unternehmer, denn die Disruption ist unmöglich voraus zu sehen, sie ist einfach auf einmal da.

Desksharing

Es bedarf also neuer Konzepte und diese heißen unter anderem nicht mehr "ein eigener Schreibtisch mit Computer" sondern Desksharing. Die neuen Konzepte heißen Raum und Dialog, Begegnungsräume anstatt Besprechungsräume.

Desksharing bedeutet, dass weniger Arbeitsplätze als Mitarbeiter in einem Unternehmen anzufinden sind. Unsere Mobilität, Projektarbeiten, Teilzeitkräfte, Laptops und ständige Weiterbildung sind die Verursacher, dass die Arbeitsplätze nicht mehr zu 100 % genutzt werden oder ein 1:1 Verhältnis notwendig wäre.

Die kreative wissensbasierte Arbeit wird ideal unterstützt, wenn die Arbeitsumgebung unterschiedliche Raumqualitäten bereitstellt. Die Raumkonzepte werden als Open Office bezeichnet und beinhalten eine bunte Landschaft zum Konzentrieren, Austauschen, Präsentieren, Relaxen und Lernen. Bei New Work versetzen die Arbeitsräume die Beschäftigten in andere Welten und schaffen Möglichkeiten fokussiert zu arbeiten, aber auch übergreifend zusammenarbeiten zu können und liefern Ideen für das Feierabend Kölsch. Auch jemand, der auf dem Sofa sitzt, schafft Mehrwert für das Unternehmen.

Mobility

Sowohl das Entspannen gehört zur Arbeit 4.0, als auch die Mobilität. Es ist schier unmöglich, seine ganze Arbeit von ein- und demselben Platz aus zu tun. Ortswechsel schaffen Überblick, Freiraum und neue Möglichkeiten. Dies fördert die Kreativität und die Zusammenarbeit. Third Plätze, wie Hotels, Cafés, Züge, Home-Offices, Bänke in Grünanlangen, sie alle gehören zur neuen Arbeitsumgebung, denn Wissensarbeiter arbeiten unaufhörlich mit ihren Gedanken in Projekten. Der klassische "Nine-to-Five-Job" verschwindet.

Ein Trend, der mir persönlich gut gefällt, ist der der Glokalisierung, bei der eine starke Besinnung auf die eigenen Wurzeln bei dennoch weltweiter Vernetzung zu erkennen ist. Ist doch schön zu erkennen, dass das Kölsche Grundgesetz auch bei der Digitalisierung eines Unternehmens behilflich ist.

Individuum

Der Trend der Zukunft geht auch ganz klar dahin, seine Individualität leben und trotzdem Teil einer Gemeinschaft sein zu können. Individualisten sehnen sich nach Gemeinschaft und dies ist kein Widerspruch. Ja, es ist sogar so, dass ein starkes Individuum eine Voraussetzung für eine starke Gemeinschaft ist.

Ein Beispiel? Eine Fußballmannschaft aus Stürmer, Verteidiger, Torwart oder ein Filmteam bestehend aus Regisseur, Schauspieler, Kamerateam, Kostümbildner, etc. Die unterschiedlich starken Individuen leisten zusammen Wertvolles.  

Mitglieder in Netzwerken brauchen wiederum Offenheit. Offen für andere Meinungen, andere Ideen, andere Gedanken. Das Wissen wird geteilt, nicht für sich gehortet. Bei der Arbeit 4.0 heißt dies interdisziplinär zusammen zu arbeiten. Die Zusammenarbeit geht dabei so weit, dass Ideenprozesse in die Masse out gesourct werden. Ein Praxisbeispiel ist Wikipedia, die freie Enzyklopädie im Internet.

Cloud

Zum Trend Cloud Computing stehen sehr unterschiedliche Definitionen zur Verfügung, die Kernaussage ist jedoch immer "Service", eine Bereitstellung von IT-Infrastruktur oder Software über das Internet. Oder eine andere schöne Erklärung, die wir bei einem Vortrag bei der IHK Köln mitgenommen haben, ist, die wie Oma es erklären würde:" Die Cloud ist Computer anderer Leute".

Wesentlicher Treiber von Cloud Computing ist die latente Erwartungshaltung der New Worker und die Unmengen an Daten, die sich angehäuft haben. Bei der Erwartungshaltung ist natürlich die Mobilität mit inbegriffen. Ausgestattet mit dem eigenen Equipment ("bring your own devices") besteht so die Möglichkeit von überall zu arbeiten. Die einzige Voraussetzung ist ein Internetanschluss.

Beispiele?

Beispiele zu Cloud Computing sind im Wesentlichen drei Szenarien

  • Software-as-a-Service (Nutzung von Software Dritter über Dienstleistung)
  • Infrastructure-as-a-Service (Nutzung externer Rechnerinfrastruktur)
  • Platform-as-a-Service (Nutzung von Progammierumgebungen)

Der Datenschutz ist nicht nur beim Cloud-Computing ein zu beachtendes Thema. Die  Vereinheitlichung des Datenschutzes in allen EU-Mitgliedstaaten trat zum 25. Mai 2018 in Kraft und hat wesentliche Änderungen mit sich gebracht (Reform des Datenschutzes), die es für uns Unternehmer natürlich alle zu beachten gilt. Eine weitere informative Seite zum Thema Cloud Computing ist diese http://www.cloud-mittelstand.digital/.

Was ist zu tun?

Analog zum § 2 des Kölschen Grundgesetz "Et kütt wie et kütt" was so viel bedeutet wie „Hab keine Angst vor der Zukunft“ möchte ich dir mit auf dem Wege geben agil zu sein, so dass deine Beschäftigen begeistert sind und gerne in deinem Unternehmen arbeiten.

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